Aktuelles, Presseberichte

WIESBADEN - (cox). Direkt gegenüber dem Luisenforum ist die Luft nicht prickelnd: Beim Abriss des Hauses Kirchgasse Nummer 13 kriecht der feine Staub vom Bauschutt in Ohren, Augen und Nase – da nutzt auch das Wasser nichts, das vom Abrissunternehmen kontinuierlich auf die Gemäuerreste gespritzt wird. An der Stelle des Hauses, das zuletzt einen Handy-Laden beherbergte, baut ein privater Investor neu.

 

Der Abriss übrigens sorgt nur vereinzelt für ungeteilte Aufmerksamkeit, hin und wieder bleiben Passanten stehen und schauen zu. Die Gäste des im Luisenforum beheimateten Eiscafés „Cremino“ indes geben sich unbeeindruckt: Sie sitzen an ihren Tischen dicht am Bauzaun und genießen zum Baggerlärm einen Bananensplit.

 Wiesbadener Kurier 07.08.2017

Quelle: http://www.wiesbadener-kurier.de/lokales/wiesbaden/nachrichten-wiesbaden/hausnummer-13-ist-in-der-wiesbadener-kirchgasse-abgerissen_18091456.htm

Mainzer Allgemeine Zeitung 01.08.2017

Von Carina Schmidt

MAINZ - Kabelberge verteilen sich über den Boden. Metallplatten werden von der Decke gerissen. Das Chaos ist gewollt, denn die Bauarbeiter arbeiten buchstäblich mit Hochdruck am Abbruch der alten Hallen auf dem ehemaligen IBM-Gelände. Wenn alles nach Plan verläuft, kann Anfang September der Spatenstich für den ersten Bauabschnitt auf dem insgesamt 30 Hektar großen Heiligkreuz-Areal gefeiert werden.

 

1500 Quadratmeter für Tegut, 500 für Rossmann

Wie mehrfach berichtet, sollen an der Hechtsheimer Straße nach dem Entwurf des Wiener Architekturbüros „Hermann und Valentiny“ insgesamt 242 Wohnungen und ein Nahversorgungszentrum entstehen.

 

„Ein bis fünf Geschosse sind für die zwei Gebäude mit einer Bruttogeschossfläche von 55.000 Quadratmetern geplant“, informiert Wolfram Richter, der sich mit Albert ten Brinke zu der Projektgesellschaft „Richter und Ten Brinke Gruppe“ zusammengeschlossen hat. Eines der beiden Gebäude soll einen Durchbruch erhalten, durch den eine neue Straße führen wird.

 

Während das Erdgeschoss komplett für Geschäfte reserviert ist, sind in den oberen Stockwerken Mietwohnungen vorgesehen (39 mit fünf Zimmern, 31 mit vier Zimmern, 85 mit drei Zimmern, 84 mit zwei Zimmern und drei mit einem Zimmer). 61 Appartements werden barrierefrei und damit rollstuhlgerecht sein. Insgesamt sollen 125 Wohnungen sozial gefördert werden.

 

Um die Blöcke herum sollen Arkaden-Gänge mit einer Tiefe von fünf Metern und einer Höhe von sechs Metern führen, die in einen Quartiersplatz münden. Die Wohnungen, die zur Hechtsheimer Straße liegen, sollen alle eine Loggia erhalten. Dahinter wird sich ein sogenannter Lichtbrunnen befinden, der eine Frischluftzufuhr-Öffnung nach unten zum Arkadengang hat und zum Himmel ebenfalls geöffnet ist.

 

Kita für 154 Kinder geplant

Als Nahversorger hat sich die Projektgesellschaft für Tegut entschieden. „Das Unternehmen wurde frühzeitig in die Planung eingebunden, damit die Räumlichkeiten nach deren Vorstellungen gestaltet werden können“, sagt Albert ten Brinke. 1500 Quadratmeter stehen dem Vollsortimenter zur Verfügung. Weitere 500 Quadratmeter wird der Drogeriemarkt Rossmann mieten. Außerdem sind im Erdgeschoss ein Bäcker, eine Metzgerei, eine Eisdiele und eine Kita mit sieben Gruppen für 154 Kinder vorgesehen.

 

Vor dem Haus sind 220 Parkplätze geplant, die in erster Linie Kunden zur Verfügung stehen werden. Für die Anwohner ist eine Tiefgarage vorgesehen. Ende 2018/Anfang 2019 soll das rund 100 Millionen teure Projekt fertiggestellt sein. „Die Grundstücksangelegenheiten sind geregelt, der Bauantrag wurde bereits im März eingereicht“, sagt Wolfram Richter. „Jetzt warten wir quasi täglich auf die Baugenehmigung.“

 

Für Richter und ten Brinke, die schon mehrere Projekte zusammen verwirklicht haben, sei das Vorhaben in Mainz besonders interessant, weil es an der Nahtstelle von Oberstadt und Weisenau entsteht und damit zwei Stadtteile verbindet.

 

Quelle: http://www.allgemeine-zeitung.de/lokales/mainz/nachrichten-mainz/heiligkreuz-areal-in-mainz-supermarkt-und-242-wohnungen-statt-alten-ibm-hallen_18080055.htm

Von Johannes Götzen

az 14 02 2017 wormser sporthallen sind wieder freigegeben

WORMS - Es gibt keine weiteren Hiobsbotschaften. Die Stadt Worms hat vermeldet, dass nun alle Untersuchungen von abgehängten Decken beendet werden konnten. Es sind jetzt keine weiteren mehr dabei, die komplett entfernt werden müssten. Damit konnte nun ein „Fahrplan“ für die zum Glück kleine Zahl an Deckensanierungen aufgestellt werden.

 

Die Stadt Worms musste in den vergangenen Wochen insgesamt elf Turn- und Gymnastikhallen schließen, um die Deckenkonstruktionen auf ihre Sicherheit hin zu überprüfen (wir berichteten). Jetzt seien die Ergebnisse allesamt von dem damit beauftragten Statiker ausgewertet worden, teilte die städtische Pressestelle mit. Außer den Sporthallen der Grundschule in Heppenheim, der Karmeliter-Realschule plus sowie der Gymnastikhalle der Staudinger-Schule können damit nun alle Sportstätten wieder freigegeben werden. In den drei genannten Hallen sowie in der Staudinger-Grundschule müssen die Decken allerdings vollständig demontiert werden.

 

Die entsprechenden Arbeiten in der Staudinger-Grundschule haben bereits am Freitag begonnen. Diese war Auslöser für die umfangreichen Überprüfungen gewesen: Im Januar hatte dort während des Unterrichts eine Deckenkonstruktion nachgegeben. Die Lehrerin hatte richtig reagiert und die Kinder hinausbegleitet, es ist niemand zu Schaden gekommen. Die Stadt hatte daraufhin alle Räumlichkeiten mit ähnlichen Deckenkonstruktionen gesperrt und eingehend von zwei externen Experten überprüfen lassen.

 

In der Staudinger-Grundschule werden nun im ersten von vier Gebäuden die Decken ausgebaut. In der Neuhauser Grundschule sollen nun ebenfalls nach und nach alle vier Pavilloneinheiten von den alten Decken befreit werden. In den Demontagepausen, in denen die Elektriker tätig sind, wird die Firma die Deckenkonstruktionen in der Sporthalle in Heppenheim und in der großen Sporthalle des Eleonoren-Gymnasiums entfernen. Dort ist es zwar nicht eine abgehängte Decke, die Sorgen bereitet, aber es gibt große Feuchtigkeitsschäden. In der Sporthalle des Gymnasiums waren bereits im November vergangenen Jahres bei der Überprüfung der Deckenplatten Feuchteschäden entdeckt worden. Dadurch ist die Standsicherheit der Decke nicht mehr gewährleistet. Bis nach den Sommerferien soll die Halle wieder nutzbar sein.

 

Zu guter Letzt werden noch die Decken in der Gymnastikhalle der Staudinger-Schule und in der Sporthalle der Karmeliter-Schule demontiert, so die Stadt.

 

Die Ursache

Die Prüfungen haben ergeben, dass die Decken in der Staudinger- Grundschule und den elf untersuchten Sporthallen alle ähnlich aufgebaut sind: Die Platten wurden mit Nägeln an einer Unterkonstruktion aus Holzlatten befestigt.

 

Bei den Decken, die nun erneuert werden müssen, wurden jedoch zu wenige Nägel verwendet. Zudem waren die Holzlatten so angebracht, dass die schmale Seite nach unten zeigte, wodurch weniger Halt für die wenigen Nägel blieb.

 

Aus Sicht der Stadt sind die Montagearbeiten in diesen vier Objekten damals also fehlerhaft erfolgt. Ob sich die Firma oder die Firmen, die dafür verantwortlich sind, noch herausfinden lassen, ist noch offen.

 

Quelle: http://www.allgemeine-zeitung.de/lokales/rheinhessen/wormser-sporthallen-sind-wieder-freigegeben_17680390.htm

Stromberg. Kaum ist der letzte Gast aus dem Haus, beginnt der Roboter sein Werk der Zerstörung - und bereitet so den Weg für eine umfassende Neugestaltung des Land und Golf Hotels Stromberg.

Von unserem Redakteur Dominic Schreiner

Es ist Sonntag, 17. Juli. Vor wenigen Minuten haben die letzten Gäste aus dem Land und Golf Hotel Stromberg ausgecheckt, schon dirigiert ein Arbeiter per Joystick eine tonnenschwere, kleine Maschine ins Foyer des Vier-Sterne-Superior-Hauses. Minuten später beginnt der Roboter, der wie ein Miniaturbagger aussieht, mit dem Abriss der holzgetäfelten Bar im Eingangsbereich. Dort, wo es jetzt kracht und knirscht, hatten am Vorabend noch Gäste bei leiser Musik ihre Cocktails, Longdrinks und Weine genossen. Für die nächste Zeit stehen in der Bar nur Lärm, Maschinen und Handwerker auf der Karte. So wie im Rest des Hotels auch.

Vier Wochen hat das Land und Golf Hotel im Stromberger Schindeldorf geschlossen, mitten in den Sommerferien. Wenn am 15. August die ersten Gäste
wiederkommen, um zu speisen, im Wellnessbereich zu entspannen oder auf dem 18-Loch-Platz zu golfen, wird das Haus ein neues Gesicht haben: Die Lobby nebst Bar und Bibliotheksbereich werden komplett umgestaltet, dazu bekommen 109 Zimmer und mehrere Suiten einen zeitgemäßen Look verpasst. "lch bin bereit. Es kann jetzt losgehen", sagt Andreas Kellerer und streift schwarze Arbeitshandschuhe über.

Jeans und Sneaker statt edlem Tuch

Kellerer ist der Direktor des Hauses und neben Dark Lütke Brochtrup einer von zwei Geschaftsführern von BUL, der Betreibergesellschaft des Viereinhalb-Sterne-Hotels. Normalerweise ist Kellerer im feinen Zwirn und mit vollendeten Umgangsformen im Haus unterwegs. Normalerweise. Für die kommenden Wochen tun es aber Jeans, Sneaker und hemdsärmeliges Mitanpacken.

Jetzt schauen ihn gerade 75 Augenpaare an: Die Hälfte der Belegschaft ist angetreten, um beim Leerräumen der Hotelhalle zu helfen. Der Rest wurde bereits in den Urlaub geschickt. Minuten später wuseln Concierges, Kellner und Köche im Freizeitdress durch das Erdgeschoss, tragen Tische, Sessel, Vasen und Lampen ins Lager. Vor dem Hotel fahren stoßweise Transporter vor. Zu Spitzenzeiten sollen später mehr als 100 Handwerker von 23 Firmen, darunter auch einige aus der Region, zeitgleich am Projekt mitarbeiten - Bauleitung und unterstützende Hotelmitarbeiter nicht eingerechnet.

Die BUL übernahm das Haus im Hunsrück 1998, seit 1999 ist Kellerer dort Chef. Lütke Brochtrup ist ebenfalls seit 25 Jahren in der Unternehmensgruppe Müller-Touristik tätig, die mit Busreisen groß geworden ist und zu der die BUL gehört. "Das Objekt war aufgrund seiner finanziellen Schieflage günstig zu haben", sagt Kellerer. lnzwischen hat das Haus schon etliche Großbaustellen erlebt: "Seitdem wir es gekauft haben, haben wir aile Bereich angepackt und auf den Kopf gestellt", sagt Lütke Brochtrup.

Stetige lnvestition als Notwendigkeit

in Beton und Betten müssen Privathotels auch investieren, um am Markt bestehen zu können. "Wır sind durch die Entwicklungen in der Hotellerie getrieben", erklärt Kellerer. Im nur 40 Fahrminuten entfernten Mainz entstehen in nächster Zeit gleich mehrere neue Hotels, die zu Ketten gehören. Um konkurrenzfähig zu sein, muss ein Privathotel seinen Gästen moderne Standards und gute Optik bieten und sich nicht nur auf ein Geschäftsfeld - wie etwa Golfer oder Kurzurlauber - konzentrieren. So hat man sich mit dem Bau eines 2500 Quadratmeter großen Spa 2013 und einem stetigen Ausbau des Serviees für Tagungsgäste permanent breiter aufgestellt, um einen sichereren Stand zu haben. Diskretion, branchenüblich in
einem Hotel dieser Klasse, herrscht auch beim Thema Höhe der lnvestitionen: Wıe viel Geld der Umbau kostet, darüber schweigen sich Kellerer und Lütke Brochtrup aus.

"Die Decke kommt raus, der Teppichboden auch", gibt Constanze Schlumberger einem Handwerker Anweisungen. Die lnnenarchitektin ist Bauleiterin für den Bereich der Hotelhalle. In den oberen Etagen eilt ihre Kollegin Sandra Schreiner durch die Flure und überwacht die Umgestaltung von 109 Zimmern, die - bis auf die Bäder - ebenfalls zeitgemäß aufgehübscht werden. Seit einigen Jahren arbeitet das Hotel mit dem Büro Lemmer Concepte aus Mainz zusammen. Inhaberin Beate Lemmer konnte schon einigen Privathotels, vier Sterne aufwärts, ihren Stempel aufdrücken. im Januar 2015 saßen die Kreativen das erste Mal mit den BUL-Chefs zusammen, in unzähligen Terminen entwickelte man ein Konzept.

Und das wird jetzt Realität - endlich, ist man auf der Großbaustelle geneigt zu sagen. Denn bei allen Beteiligten, auch den Vertretern des Generalunternehmers Hagenauer aus lmmenstadt, der den Umbau der Zimmer und Suiten bauseitig ausführt, ist jetzt zu Anfang der Stressphase eine Mischung aus Anspannung und Vorfreude zu verspüren. Die größte Herausforderung beim Projekt: der wirklich sehr enge Zeitplan, der kaum Fehler verzeiht.

Zwei Wochen später, 31. Juli. "Ein bisschen mehr einschlagen, noch ein Stück zurück", ruft Kellerer, während er eine Limousine mit Kennzeichen aus der Region aus einer Lücke zwischen Baufahrzeugen und Materialstapeln auf dem Parkplatz vor dem Hotel dirigiert. "Die wollten zum Mittagessen zu uns kommen", sagt er. Und scheint dabei ehrlich zu bedauern, dass die lnsassen des Wagens nicht ausgestiegen sind. "lch werde Herzklopfen bekommen, wenn in zwei Wochen die ersten Gäste kommen", sagt er. Herzklopfen, weil er und sein Team einfach Spaß am Umgang mit den Gästen haben, wie Kellerer immer wieder glaubhaft betont. Und Herzklopfen, weil die gesamte Belegschaft darauf gespannt ist, wie die Gäste auf den Umbau reagieren werden. "Einige haben uns auf den Weg gegeben: ,Es ist doch so gemütlich hier. Hoffentlich bleibt das so"', sagt er. Und eilt zurück auf die Baustelle. im Eingangsbereich arbeiten Handwerker simultan an Decke und Boden. In den Etagen sind Maler in den Zimmern unterwegs, in den Juniorsuiten sind gerade die Fenster ausgebaut. Statt Ausblick auf das saftige Grün der Driving Range des Golfplatzes gibt es dort blaue Schutzfolien.

Hungrige Mitarbeiter von Abrissfirmen

Andere Handwerker sitzen derweil im Büfettrestaurant des Hotels und essen. Denn die Männer (und wenigen Frauen) werden für die Dauer der Baustelle und für einen Preis, wie er in Kantinen üblich ist, vom Hotel verpflegt. Frühstück, Mittagessen, Abendessen. "Die erste Woche war beeindruckend. Da waren die Abrissfirmen hier. Und die haben richtig Hunger", sagt Kellerer und lächelt. Die Hälfte der Bauzeit ist rum, für den Laien ist es kaum vorstellbar, dass das aktuelle Chaos in zwei Wochen wieder behoben ist. "lch bin zuversichtlich: Wir schaffen das", sagt Lütke Brochtrup gelassen. Montag, 15. August. Wıedereröffnung. Um 8.30 Uhr stehen bereits einige Pkw auf dem Hotelparkplatz: Die ersten Gäste sind eingetroffen, in der Mehrzahl Tagungsgäste. im Laufe des Tages werden auch Stammgäste anreisen, eigens um das Ergebnis der vierwöchigen Bemühungen zu begutachten. Ein besonderer Stammgast war bereits vor zwei Tagen da. Ein älterer Stromberger, der jeden Tag auf seiner Runde mit seinem Hund im Hotel Pause macht, um einen Cappuccino zu trinken. Als die neue Kaffeemaschine in der umgebauten Bar funktionsbereit war, rief eine Mitarbeiterin des Hotels den Mann an: "Wir hätten gem, dass sie unsere neue Maschine als Erster testen." Ein paar Minuten später war er da.

Der Umbau ist vorbei - wie werden die Gäste reagieren?

Hoteldirektor Kellerer trägt jetzt wieder Anzug und Krawatte. Und präsentiert mit schwungvoller Geste die Veränderungen im Entrée des Hotels. Auf der linken Seite zeigt sich der neue Empfangsbereich aufgeräumt, ein verspieltes Element, eine gigantische silberne Christofle-Uhr im Hintergrund, durchbricht die Geradlinigkeit. Geradeaus findet sich der neue Bibliotheksbereich. Wo vorher englische Klubhausatmosphäre nebst hölzerner Kassettendecke herrschte, gibt es jetzt ein zeitgemäßes Design: rote Ohrensessel, moderne Klubbestuhlung, keine beschrifteten Glasflachen mehr, dafür eine abgehängte Decke mit LED-Beleuchtung. Die Bar, vorher fast ein geschlossener Raum im Raum, wirkt jetzt erheblich edler, moderner, lichtdurchlässiger, hat wertige Hölzer und eine schick abgepolsterte Theke verpasst bekommen. Die 109 überarbeiteten Zimmer vermitteln immer noch, dass man sich in einem Landhotel befindet. Aber auch dort herrscht jetzt eine klare Designlinie, die sich nun durch das ganze Haus zu ziehen
scheint. "Für mich waren die vergangenen vier Wochen eine ganz besondere Zeit. Und jetzt freut man sich über die Komplimente der Gäste - der Zuspruch ist bislang enorm, es scheint, dass wir ihren Geschmack getroffen haben", sagt Kellerer zufrieden. Und die nächste Baustelle? "Wir wissen es noch nicht, schauen aber voraus und wollen demnächst im Tagungsbereich nachlegen", deutet der Hoteldirektor an. Und wendet sich mit einem Lächeln einem neuen Gast zu.

Bautagebuch eines Hotels 001

bautagebuch eines Hotels 002

MARIA WARD Historische Schulhäuser für 1,2 Millionen Euro saniert / Bistum, Land, Förderverein und Stiftung als Finanziers

Maria Ward Schule 1

MAINZ - Nach der Sanierung ist vor der Sanierung, zumindest wenn es nach Andrea Litzenburger geht. Bei Land und Bistum bedankte sich die Leiterin des Maria-Ward-Gymnasiums für die Zuschüsse zur Erneuerung des vorderen und hinteren Schulhauses – und zugleich auch für die Gelder, die für die kommenden Bauabschnitte fließen mögen. Eine rhetorische Volte, die Bildungsministerin Vera Reiß allen Respekt abnötigte: Bei der Oberstudiendirektorin könne sie, was das Rednerische betrifft, noch was lernen.

 

1,2 Millionen Euro hat die Ertüchtigung von insgesamt 16 Klassen- und Kursräumen, drei Gruppenräumen und eines Meditationsraums gekostet, maßgeblich gefördert vom Bistum Mainz, dem Land Rheinland-Pfalz, dem Förderverein und der Förderstiftung. „Sie haben den entscheidenden Schritt von einer Lern- zu einer Lebensschule gemacht. Das spürt man sofort, wenn man hier reinkommt“, hielt Reiß bei der Feier zur Fertigstellung der Räumlichkeiten fest. „Schon lange war die Renovierung vonseiten der Schülerinnen erwünscht“, erklärten Paula Engel und Mona Niepold für die Schülerinnenvertretung: „Wieder einmal hat sich gezeigt, wie viel man im Team erreichen kann.“

 

An der Maria-Ward-Schule haben sie, was vorübergehende Umzüge aufgrund von Sanierungsarbeiten angeht, zuletzt reichlich Erfahrung gesammelt. „Ich muss gestehen, dass wir alle müde waren wegen des ständigen Umherwanderns aufgrund von Bauarbeiten“, betonte für das Kollegium Angelika Schwank-Bröer. In den vergangenen Jahren wurden die Fachräume saniert, Engelhaus, Fechenbacher Hof und Fachtrakt barrierefrei erschlossen sowie der Fechenbacher Hof ausgebaut.

 

Mit dem Beginn der Osterferien startete die Innensanierung des historischen Schulhauses, das zwischen 1880 und, auf vier Geschosse aufgestockt, 1898 errichtet und zuletzt vor 30 Jahren erneuert worden war. „Es war so richtig in die Jahre gekommen“, sagte Norbert Schüler. Der Vorstandsvorsitzende der Trägerstiftung hatte die Gesamtkoordination des Projekts übernommen.

 

Die Kunst bestand darin, den ursprünglichen Charakter der Häuser zu erhalten und zugleich die Räumlichkeiten auf den neuesten Stand zu bringen. „Man sieht den Gebäuden ihre 130 Jahre an“, hielt Schwank-Bröer fest, „aber im Inneren stehen wir in ganz modernen Räumen.“

 

Akustikdecken eingebaut

 

Alle Klassenräume haben neue Akustikdecken erhalten, vier Räume sind nun speziell für Hörgeschädigte geeignet. Böden, Lampen und Wandschränke sowie das Farbkonzept wurden erneuert, alle Säle haben einen Beamer. Auch die Toilettenanlagen wurden renoviert. „Wir haben uns entschieden, während der Arbeiten keine Klasse auszulagern und auch keine Container anzumieten“, berichtete Litzenburger, „die Schulgemeinschaft rückte mal wieder, in bemerkenswerter Weise, zusammen.“

 

„Die Ministerin hat Charme und Grazie der Schülerinnen betont“, sagte Generalvikar Dietmar Giebelmann, „als Nachbar kenne ich auch die Stimmgewalt der Schülerinnen, wenn sie in Kontakt treten zum Willigis-Gymnasium.“ Die Mädchen haben nun, wie Schwank-Bröer berichtete, auch eigene Spinde: „Das sind kleine, persönliche Ecken, die ganz individuell verziert werden können – von Pu dem Bären über Justin Bieber bis zu den Jungs vom Willigis“. Die Sanierungen seien, befand Schüler, notwendig, um „in der großzügigen Mainzer Schullandschaft wettbewerbsfähig zu bleiben“.

 

Quelle: http://www.allgemeine-zeitung.de/lokales/mainz/nachrichten-mainz/130-jahre-alt-aber-innen-nagelneu_16356945.htm