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130 Jahre alt, aber innen nagelneu

MARIA WARD Historische Schulhäuser für 1,2 Millionen Euro saniert / Bistum, Land, Förderverein und Stiftung als Finanziers

Maria Ward Schule 1

MAINZ - Nach der Sanierung ist vor der Sanierung, zumindest wenn es nach Andrea Litzenburger geht. Bei Land und Bistum bedankte sich die Leiterin des Maria-Ward-Gymnasiums für die Zuschüsse zur Erneuerung des vorderen und hinteren Schulhauses – und zugleich auch für die Gelder, die für die kommenden Bauabschnitte fließen mögen. Eine rhetorische Volte, die Bildungsministerin Vera Reiß allen Respekt abnötigte: Bei der Oberstudiendirektorin könne sie, was das Rednerische betrifft, noch was lernen.

 

1,2 Millionen Euro hat die Ertüchtigung von insgesamt 16 Klassen- und Kursräumen, drei Gruppenräumen und eines Meditationsraums gekostet, maßgeblich gefördert vom Bistum Mainz, dem Land Rheinland-Pfalz, dem Förderverein und der Förderstiftung. „Sie haben den entscheidenden Schritt von einer Lern- zu einer Lebensschule gemacht. Das spürt man sofort, wenn man hier reinkommt“, hielt Reiß bei der Feier zur Fertigstellung der Räumlichkeiten fest. „Schon lange war die Renovierung vonseiten der Schülerinnen erwünscht“, erklärten Paula Engel und Mona Niepold für die Schülerinnenvertretung: „Wieder einmal hat sich gezeigt, wie viel man im Team erreichen kann.“

 

An der Maria-Ward-Schule haben sie, was vorübergehende Umzüge aufgrund von Sanierungsarbeiten angeht, zuletzt reichlich Erfahrung gesammelt. „Ich muss gestehen, dass wir alle müde waren wegen des ständigen Umherwanderns aufgrund von Bauarbeiten“, betonte für das Kollegium Angelika Schwank-Bröer. In den vergangenen Jahren wurden die Fachräume saniert, Engelhaus, Fechenbacher Hof und Fachtrakt barrierefrei erschlossen sowie der Fechenbacher Hof ausgebaut.

 

Mit dem Beginn der Osterferien startete die Innensanierung des historischen Schulhauses, das zwischen 1880 und, auf vier Geschosse aufgestockt, 1898 errichtet und zuletzt vor 30 Jahren erneuert worden war. „Es war so richtig in die Jahre gekommen“, sagte Norbert Schüler. Der Vorstandsvorsitzende der Trägerstiftung hatte die Gesamtkoordination des Projekts übernommen.

 

Die Kunst bestand darin, den ursprünglichen Charakter der Häuser zu erhalten und zugleich die Räumlichkeiten auf den neuesten Stand zu bringen. „Man sieht den Gebäuden ihre 130 Jahre an“, hielt Schwank-Bröer fest, „aber im Inneren stehen wir in ganz modernen Räumen.“

 

Akustikdecken eingebaut

 

Alle Klassenräume haben neue Akustikdecken erhalten, vier Räume sind nun speziell für Hörgeschädigte geeignet. Böden, Lampen und Wandschränke sowie das Farbkonzept wurden erneuert, alle Säle haben einen Beamer. Auch die Toilettenanlagen wurden renoviert. „Wir haben uns entschieden, während der Arbeiten keine Klasse auszulagern und auch keine Container anzumieten“, berichtete Litzenburger, „die Schulgemeinschaft rückte mal wieder, in bemerkenswerter Weise, zusammen.“

 

„Die Ministerin hat Charme und Grazie der Schülerinnen betont“, sagte Generalvikar Dietmar Giebelmann, „als Nachbar kenne ich auch die Stimmgewalt der Schülerinnen, wenn sie in Kontakt treten zum Willigis-Gymnasium.“ Die Mädchen haben nun, wie Schwank-Bröer berichtete, auch eigene Spinde: „Das sind kleine, persönliche Ecken, die ganz individuell verziert werden können – von Pu dem Bären über Justin Bieber bis zu den Jungs vom Willigis“. Die Sanierungen seien, befand Schüler, notwendig, um „in der großzügigen Mainzer Schullandschaft wettbewerbsfähig zu bleiben“.

 

Quelle: http://www.allgemeine-zeitung.de/lokales/mainz/nachrichten-mainz/130-jahre-alt-aber-innen-nagelneu_16356945.htm